Digitaler Stromzähler ablesen
Hängt in deinem Zählerschrank auch schon ein neuer mME-Zähler – also eine moderne Messeinrichtung – oder sogar ein Smart Meter, und fragst dich nun, wie man den Zählerstand richtig abliest? Dann bist du hier richtig! In diesem Tutorial (mit Video) zeige ich dir, wie du einen digitalen Stromzähler ablesen kannst und wie du die PIN herausfindest, mit der du eine versteckte Funktion freischaltest – von der die meisten gar nichts wissen, obwohl sie beim Stromsparen helfen kann.
Das Vorgehen demonstriere ich dir an einem LOGAREX Smart Metering Zweirichtungszähler vom Typ LK13BE904*** (LK13BE904639). Die Anleitung ist aber auf nahezu alle elektronischen Stromzähler mit Display und optischer Schnittstelle übertragbar – z. B. auf den sehr verbreiteten EMH ED300L oder ISKRA MT681.
Digitaler Stromzähler Anzeige (Zählerstand ablesen)
Über das Display lässt sich der digitale Stromzähler ablesen. Die Anzeige rotiert zwischen verschiedenen Zählerständen – bei meinem Eintarif-Zweirichtungszähler sind es zwei.

Der OBIS-Code auf der linken Seite verrät das aktive Tarifregister – also welcher Zählerstand gerade angezeigt wird. Der Code 1.8.0 entspricht dabei dem Gesamtbezug in kWh seit Einbau des Eintarifzählers – das ist in den meisten Haushalten auch der einzige Wert, der dem Energieversorger jährlich über die Ablesekarte mitgeteilt wird.

Bei einem Doppeltarifzähler gibt es den OBIS-Code 1.8.0 nicht – stattdessen 1.8.1 mit dem Stromverbrauch im ersten (meist Hoch-) und 1.8.2 im zweiten (meist Nieder-)Tarif.
Die digitale Stromzähler-Anzeige wechselt nach einigen Sekunden vom Gesamtverbrauch auf die Gesamteinspeisung – mit dem OBIS-Code 2.8.0. Da im hiesigen Haushalt keine PV-Anlage vorhanden ist, hat sich der Zählerstand von 0 kWh seit Einbau nicht erhöht.

Des Weiteren zeigt das LCD-Display noch die anliegenden Phasenspannungen L1, L2 und L3 an. Außerdem symbolisiert ein Pfeil die Energierichtung: Zeigt er nach rechts, wird aktuell Strom aus dem Netz bezogen – gleichzeitig wird das auch mit einem „+A“ gekennzeichnet. Bei Einspeisung wechselt es zu „−A“ und die Pfeilrichtung nach links.

Erweiterte Stromzähler Anzeige freischalten
Wie zuvor schon angedeutet, ist das aber gewiss nicht alles, was ein moderner EDL21-Zähler kann. Die erweiterten Verbrauchsdaten sind jedoch ziemlich gut versteckt – als wolle der Stromanbieter sie geheim halten. Um sie aufzurufen, ist bei den meisten Digitalzählern eine Taschenlampe nötig – die des Smartphones tut es natürlich auch.

An der Zählerfront befindet sich eine Fotodiode, welche oft mit einem Taschenlampensymbol gekennzeichnet ist. Auf sie sind zwei kurze Lichtimpulse zu geben. Der erste Impuls führt einen Displaytest durch. Nach dem zweiten wird ein vierstelliger PIN-Code abgefragt.

Die PIN-Sperre schützt die Privatsphäre, denn in Mehrfamilienhäusern sind Stromzähler oftmals frei zugänglich, dass andernfalls von Unbefugten ein detailliertes Verhaltensprofil erstellt werden könnten.

Stromzähler PIN herausfinden
Die PIN muss online oder telefonisch beim Messstellenbetreiber angefordert werden – dieser ist auf der Stromrechnung angegeben und nicht mit den Stadtwerken bzw. dem Stromanbieter zu verwechseln.

Für die PIN-Anforderung ist die Angabe der Stromzählernummer erforderlich – sie ist ebenfalls auf der Abrechnung, aber auch auf dem Stromzähler selbst zu finden.

Die Zähler-PIN wird anschließend zugeschickt.

Stromzähler PIN eingeben
Die Codeeingabe erfolgt wieder durch Taschenlampenblinken. Jeder Lichtimpuls erhöht die Ziffer um eins. Kurz warten, und die Eingabe springt zur nächsten Stelle. Statt die Taschenlampe immer wieder ein- und auszuschalten, lässt sie sich übrigens auch einfach vom optischen Sensor wegschwenken.

Außerdem gibt es Apps, die den Stromzähler-PIN in einen Blinkcode für die Handytaschenlampe umwandeln.

Fehleingaben sind kein Problem – außer, dass die Codeeingabe anschließend von vorn begonnen werden muss. Die meisten EDL21-Zähler begrenzen die Anzahl der Versuche aber nicht.
Bei einigen Modellen ist zusätzlich noch eine Bedientaste verbaut – das ist wie bei diesem LOGAREX-Stromzähler aber eher die Ausnahme.

Erweiterte Verbrauchsdaten
Nun ist der digitale Stromzähler freigeschaltet und zeigt die erweiterten Verbrauchsdaten an. Je nach Hersteller können Reihenfolge und Funktionsumfang variieren.
Aktuellen Verbrauch ablesen & Strom sparen
Der erste dazugewonnene Wert ist aber meistens der aktuelle Stromverbrauch – so auch bei meinem Energiezähler. Bei ausgeschalteter Codeabfrage wird der Verbrauch künftig auch auf der Hauptanzeige unter dem Zählerstand angezeigt – wie du die PIN dauerhaft deaktivierst, dazu gleich mehr.
Die Momentanleistung trägt das Register „P“ und wird in Watt angegeben. Anhand der Pfeilrichtung und „+A“ ist klar, dass Strom aus dem Netz bezogen wird. Bei Stromeinspeisung würde sich die Pfeilrichtung ändern und „−A“ angezeigt werden – mangels Balkonkraftwerk kann ich das aber leider nicht zeigen.

Durch die Anzeige des aktuellen Verbrauchs lässt sich mit einem digitalen Stromzähler Strom sparen – zumindest, wenn man sich mit dem Stromverbrauch näher auseinandersetzt. So ist die Grundlast aller Elektrogeräte im Haushalt sofort erkennbar – ohne mit Zwischenständen rechnen zu müssen. Und auch die Leistung einzelner Geräte – wie Herd, Durchlauferhitzer oder Wasserkocher – lässt sich ermitteln, wenn diese gezielt eingeschaltet werden. Stromfresser im Haushalt sind so schnell identifiziert.

Zwischenzählung & Zählerstand löschen
Mit einem kurzen Lichtimpuls schaltet die Anzeige weiter. Hier zum Energie-Register „E“ mit einem Zwischenzähler für den OBIS-Code 1.8.0 – also den Stromverbrauch seit letzter Rücksetzung. Das Gleiche gibt es in der nächsten Ansicht auch für 2.8.0 – also die Stromeinspeisung seit Reset.

Optional lässt sich im nächsten Menüpunkt „Clr“ der Zählerstand zurücksetzen. Dazu ist ein langer Tastendruck auf die mechanische oder optische Taste nötig, bis im Display „CLr on“ erscheint. Das Ganze ein weiteres Mal wiederholen, bis die Anzeige wieder zu „CLr“ springt, und beide Zwischenzähler sind genullt.

Historische Verbrauchsdaten anzeigen
Weiter geht’s mit kurzer Betätigung zum historischen Register, welches den Stromverbrauch seit 1 Tag, 7 Tagen, 30 Tagen und 365 Tagen anzeigt. Das Gleiche anschließend noch einmal für die Einspeisung ins Stromnetz.

Auch die historischen Verbrauchsdaten lassen sich löschen. Dazu wären wieder zwei lange Tastendrücke bzw. Lichtimpulse nötig – ich springe aber mit einem kurzen weiter zum nächsten Register.

Optische Datenschnittstelle
Oder besser gesagt: die werkseitig auf „aus“ gestellte Einstellung „InF“, die in diesem Zustand nur einen reduzierten Datensatz über die optische Schnittstelle ausgibt. Dieser lässt sich bei einem mME-Zähler mit einem IR-Lesekopf auslesen und so im Smart Home integrieren – das ist aber Thema für ein eigenes Tutorial.

Ein langer Impuls schaltet „InF“ jedenfalls von „OFF“ auf „on“ – und gibt mit sofortiger Wirkung den vollständigen Datensatz über die optische Datenschnittstelle aus.

PIN deaktivieren
Im letzten Menü „Pin“ bietet mein digitaler Stromzähler die Möglichkeit, den PIN-Schutz zu deaktivieren. Mit einem langen Tastendruck bzw. Lichtimpuls wird die PIN-Abfrage von „on“ auf „OFF“ – also aus – geschaltet und muss anschließend nicht jedes Mal neu eingegeben werden, um die erweiterten Verbrauchsdaten des digitalen Stromzählers auszulesen.

Gleichzeitig wird fortan auch der aktuelle Verbrauch unter dem Zählerstand mit angezeigt.

Und damit habe ich dir gezeigt, wie du einen digitalen Stromzähler ablesen und mit einer PIN weitere Verbrauchsdaten freischalten kannst.
