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FritzBox & andere Router mit Powerbank betreiben

Zugegeben, mit Stromausfällen habe ich daheim nur selten zu kämpfen. Falls es doch einmal passiert, stört sich mein Notebook daran nicht. Ohne Internet macht das Homeoffice jedoch nur wenig Sinn. Ein akkubetriebener Glasfaser- bzw. DSL-Router kann Abhilfe schaffen, denn dank einer möglichen USV oder Fernspeisung sind manche Verteilerkästen (DSLAMs) vom Ausfall nicht betroffen.
In diesem Video zeige ich dir, wie du eine FritzBox (beispielhaft an einer 7590) mit einem Akku betreiben kannst, um bei einem Stromausfall nicht auf Telefon und Internet verzichten zu müssen – das Vorgehen lässt sich aber ebenso auf viele weitere Internetrouter und sogar völlig andere Geräte übertragen.

Akku FritzBox mit Powerbank

Für den Akkubetrieb der FritzBox wird eine Powerbank mit USB-C benötigt. Diese muss zwingend den Power Delivery Ladestandard (USB-PD) beherrschen. Das Schnellladeprotokoll erreicht höhere Leistungsabgaben mitunter durch Anpassung der Ladespannung.

Powerbank unterstützt den Power Delivery Standard mit 12V Output

Die FritzBox benötigt 12 Volt Gleichspannung – eine Spannung die zwar von meiner, aber nicht jeder PD-Powerbank unterstützt wird.

Eingangsspannung der FritzBox 7590

Der USB-C-Stecker passt natürlich nicht in die Rundbuchse für das Originalnetzteil. Ein Adapterkabel von USB-C auf DC 5,5 x 2,5 mm Rundstecker löst das Problem.

Adapterkabel von USB-C auf DC 5,5 x 2,5 mm Rundstecker

Dieses muss zwingend eine 12V-Ausgabe triggern und der Originalpolarisation entsprechen.

USB-C-Adapterkabel mit 12V Ausgabe

Vor dem Anschluss an den Router möchte ich mich jedoch zunächst vergewissern, dass am Stecker auch wirklich 12 Volt anliegen und der Pluspol, wie beim Original von AVM, innenliegend ist. Mein Multimeter bestätigt beides.

12V Spannung prüfen

Zum Vergleich ein anderer Netzstecker, bei dem weder Spannung noch Belegung stimmen.

falsche Spannung und falsche Polarisation

Nachdem ich mich von der korrekten Spannung und Polarität überzeugt habe, stecke ich den DC-Stecker ein. Anhand der Power-LED sehe ich, dass die FritzBox hochfährt.

FritzBox mit Powerbank verbinden

Zuvor habe ich ein USB-Messgerät angeschlossen, um die Stromaufnahme vom Start über den Aufbau des WLAN-Netzwerkes und dem DSL-Sync bis hin zur bestehenden Internetverbindung verfolgen zu können. Dies gibt mir Aufschluss über die Leistungsanforderungen und wie lange der Routerbetrieb mit der 26.800 mAh- bzw. 97 Wh-Powerbank aufrechterhalten werden kann.

FritzBox startet

Die FritzBox ist gestartet, hat ein WLAN-Netz aufgebaut und erfolgreich eine Internetverbindung hergestellt. Auch das Telefon funktioniert.

FritzFon Telefon erreichbar

Während der Initialisierung stieg die Leistungsaufnahme des Routers auf maximal 13 Watt. Im Surfbetrieb gönnt sich die FritzBox anschließend rund 10 Watt. Damit ergibt sich eine rechnerische Akkulaufzeit von etwa 9-10 Stunden mit meiner großen Powerbank – also völlig ausreichend für einen ganzen Arbeitstag mit Stromausfall im Homeoffice.

FritzBox 7590 Stromaufnahme beim surfen

Und damit habe ich dir gezeigt, wie du eine akkubetriebene FritzBox mittels Powerbank realisieren kannst. Verwechsel diesen Hack jedoch nicht mit einer vollwertigen USV, die zwischen Netz- und Batteriebetrieb automatisch wechselt.