Spülkasten entkalken
Um die optimale Funktion deiner Klospülung zu erhalten, solltest du den Spülkasten regelmäßig entkalken – denn Kalkablagerungen können die Spülleistung beeinträchtigen und Undichtigkeiten verursachen. In diesem Tutorial zeige ich dir, wie du den Toilettenspülkasten schnell und ohne Ausbau der Spülmechanik entkalkst – und warum Zitronensäure dafür meist besser geeignet ist als Essig.
Das Vorgehen demonstriere ich dir an einem Geberit Unterputz-Spülkasten. Die Anleitung lässt sich aber herstellerübergreifend auch auf andere Modelle – einschließlich gängiger Aufputz-Spülkästen – übertragen.
WC-Spülkasten öffnen
Bevor das Innere des Spülkastens von Kalk befreit werden kann, muss zunächst ein Zugang geschaffen werden. Bei meinem Einbauspülkasten geschieht das über die Drückerplatte. Diese lässt sich durch Hochschieben abnehmen.

Anschließend muss der Halterahmen ab. Er ist mit zwei Distanzbolzen befestigt, die jeweils durch eine Schiebefixierung gesichert sind.

Zu guter Letzt muss nur noch die Schutzplatte über die beiden oberen Laschen entfernt werden – und der Wasserkasten ist geöffnet.

Sollte dir das bis hierhin zu schnell gegangen sein, sieh dir auch mein anderes Tutorial (mit Video) an, in dem ich detailliert zeige, wie man einen Geberit Duofix Unterputz-Spülkasten öffnet.

Für einen besseren Zugang kann außerdem noch die Konsole mit den Betätigungshebeln herausgenommen werden. Diese lässt sich einfach ausklinken – zwingend erforderlich ist das aber nicht.

Toilettenspülung mit Essig entkalken
Nun lässt sich die Toilettenspülung entkalken. Viele greifen hier zu speziellen Spülkasten-Entkalkern aus der Drogerie – die auf Dauer jedoch ins Geld gehen können.

Eine günstige Alternative zu fertigen Spezialreinigern steht in vielen Küchenschränken: Haushaltsessig – oder besser noch Essigessenz. Essig wirkt nämlich kalklösend und ist daher ein beliebter, natürlicher Entkalker – auch wenn ich gleich noch zu einer schonenderen Alternative komme.

Beim Spülkastenentkalken gelten grob 200 ml Essigessenz mit rund 25 Prozent Säure als gängiger Richtwert – bei Haushaltsessig mit einem niedrigeren Säuregehalt entsprechend mehr. Am besten wird die Spülung vor dem Hineinkippen einmal betätigt, damit sich der Essig anschließend gut mit dem einlaufenden Wasser vermischt.

Nach ca. 30 bis 60 Minuten Einwirkzeit sollte die Toilettenspülung mehrfach betätigt werden, um alle Rückstände zu entfernen. Essigsäure kann nämlich auf Dauer die Dichtungen der Spülmechanik angreifen. Darum ist Essig nur bei sehr hartnäckigen Verkalkungen mein Hausmittel der Wahl – nicht aber für die regelmäßige Spülkastenreinigung.

Spülkasten mit Zitronensäure entkalken
In allen anderen Fällen greife ich stattdessen lieber zur bewährten Zitronensäure – auch sie hat kalklösende Eigenschaften, ist aber schonender für die Dichtungen. Es gibt sie flüssig oder – wie von mir bevorzugt – als Pulver zum Selbstanmischen.

Zum Entkalken des Spülkastens werden ca. 100 g Zitronensäurepulver benötigt – das entspricht etwa 5 bis 6 Esslöffeln. Anschließend wird etwas Wasser hinzugegeben, bis sich das Pulver unter Rühren vollständig aufgelöst hat – heiß darf es aber nicht sein, da sich ab 40 °C schwer lösliches Calciumcitrat bilden kann.

Wie beim Entkalken mit Essigessenz wird wieder die Spültaste betätigt und anschließend die Lösung in den Wasserkasten gegeben.

Im Gegensatz zu Essig darf und soll die Zitronensäure auch an die Dichtungen und ins Spülrohr gelangen. Dafür – sobald der Kasten wieder vollgelaufen ist – die Spülung nur ganz leicht antippen, bis etwas Wasser in die Toilette läuft, aber ohne sie vollständig auszulösen.

Dem Ganzen sollte anschließend gute 2 bis 4 Stunden – oder einfach über Nacht – Zeit gegeben werden, seine kalklösende Wirkung zu entfalten.
Unterputz-Spülkasten verschließen
Währenddessen muss der Spülkasten nicht geöffnet bleiben. Schutzplatte, Montagerahmen und Blende können direkt wieder angebracht werden – natürlich mit etwas Vorsicht, damit die Spülung nicht versehentlich betätigt wird.

Auch hier noch einmal der Verweis auf mein Videotutorial, in dem ich ausführlich erkläre, wie man einen Einbauspülkasten öffnet und wieder verschließt.
Toilettenspülung prüfen
Zwischenzeitlich sind mehrere Stunden vergangen. Die Zitronensäure hatte ausreichend Zeit, die Kalkablagerungen im Spülkasten zu lösen. Durch mehrfaches Betätigen der Spültaste lässt sich nun nicht nur die einwandfreie Funktion der Toilettenspülung prüfen, sondern auch Säure- und Kalkreste aus dem System schwemmen.

Den Vorgang solltest du etwa alle sechs Monate wiederholen – in Regionen mit sehr hartem Wasser auch häufiger.

Und damit habe ich dir gezeigt, wie du mit Essig oder vorzugsweise Zitronensäure einen Spülkasten entkalken kannst.
