Heimeier-Thermostatkopf reinigen & leichtgängig machen
Dein altes Heizungsthermostat ist völlig verdreckt und du bekommst es nicht mehr richtig sauber? Dann bist du richtig! In diesem Tutorial zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du einen verschmutzten Heimeier-Thermostatkopf reinigen und – wenn der Drehregler schwergängig ist – gleichzeitig auch wieder schön leichtgängig machen kannst.
Dreckige Heimeier Thermostate
Auf den ersten Blick sieht mein Heimeier Typ K Heizungsthermostat eigentlich recht sauber aus – das liegt daran, dass ich ihn regelmäßig mit einem feuchten Lappen abwische. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch Verschmutzungen in den Zwischenräumen, die ich bei der oberflächlichen Reinigung nicht erreiche.

Exemplarisch dazu ein völlig vergilbter Thermostatkopf, dem die UV-Strahlung über die Jahre zugesetzt hat und bei dem nur noch eine chemische Behandlung helfen würde – die Aufhellung mit Wasserstoffperoxid (H₂O₂) ist jedoch Thema für einen eigenen Artikel.

Anleitung: Heimeier Thermostatkopf reinigen
Für eine gründliche Thermostat-Reinigung nehme ich den Heimeier-Thermostatkopf zunächst von der Heizung ab. Dazu stelle ich ihn auf Stufe 5 (um den innenliegenden Stift zu entlasten) und löse anschließend die Überwurfmutter – erst mit der Wasserpumpenzange, dann weiter von Hand.

Heizungsthermostat in der Spülmaschine reinigen
Immer wieder hört man davon, das vollständige Heizkörperthermostat in der Spülmaschine reinigen zu können. Davon rate ich jedoch ab, denn die innenliegende Thermostatkapsel könnte dabei beschädigt werden – nicht nur wegen der hohen Temperatur, sondern auch aufgrund der aggressiven Inhaltsstoffe der Spülmaschinentabs, die Dichtungen angreifen und Korrosion verursachen können. Außerdem würde dabei auch das Schmiermittel vollständig weggespült werden – wodurch der Heizungsregler anschließend schwergängiger wäre als möglicherweise vorher schon.

Stattdessen baue ich das Heimeier-Heizungsthermostat weiter auseinander, um es von innen gründlich reinigen zu können.
Sicherheitsanker 1
An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass der Regler werkseitig kalibriert ist und ein unachtsamer Handgriff dafür sorgen kann, dass die Temperatureinstellungen später nicht mehr stimmen. Um dem entgegenzuwirken, schaffe ich mir jedoch ein kleines Sicherheitsnetz: Zunächst drehe ich das Thermostat auf die niedrigste Stufe – also die Schneeflocke. Symbol und Anschlag dienen mir dabei als Referenzpunkt.
Zur Sicherheit messe ich mit der Tiefenmessstange meines Messschiebers nun auch noch den Spalt. Sieh dir dazu auch mein HowTo an, in dem ich zeige, wie man einen Analogmessschieber richtig abliest.

Skalenring abnehmen
Nachdem das Sicherheitsnetz steht, kann der Skalenring nach hinten abgezogen werden. Bei neueren Heimeier-Thermostaten gelingt das am besten, indem man mit einem dünnen Gegenstand vorsichtig Hebelwirkung erzeugt. Wichtig dabei ist, den Regler nicht versehentlich zu verdrehen.

Altes Heimeier-Thermostat
Bei älteren Heimeier-Thermostatköpfen ist die Abnahme der Skalenkappe etwas umständlicher und erfordert etwas mehr Werkzeug. Zunächst muss die Abdeckblende an der Vorderseite des Heizungsreglers entfernt werden. Zum Aufhebeln eignet sich ein dünner Schlitzschraubendreher oder eine Messerspitze. Wurde die Blende bei dir lange nicht oder noch nie abgenommen, kann sich das Ganze etwas widerspenstiger anstellen als bei mir.

Ist die Blendscheibe ab, bietet sich ein Blick auf die Rückseite des Thermoelements. Diese nutze ich als Anschlag, um das Grundgehäuse vom Drehring wegzudrücken.

Da dies von Hand ziemlich viel Kraftaufwand erfordern würde, behelfe ich mir mit einem runden Schlagholz. Zuvor setze ich den Thermostatkopf zwischen die Backen meines Schraubstocks – ohne ihn einzuklemmen. Der Skalenring soll lediglich oben an der Kante aufliegen. Anschließend greife ich zum Hammer und schlage das Innenteil vorsichtig heraus.


Nun ließe sich auch dieses völlig vergilbte Heizungsthermostat reinigen – da es sich ohnehin um ein ausrangiertes Thermostat handelt, lege ich es deshalb wieder beiseite und komme zurück zum ursprünglichen Heimeier-Thermostatkopf.

Sicherheitsanker 2
Bevor ich aber mit dessen Reinigung fortfahre, setze ich mir noch einen weiteren Sicherheitsanker – in Form einer Markierung der aktuellen Pfeilposition auf dem Tragring.

Heimeier Thermostatkopf Skalenkappe reinigen
Dann nehme ich die Skalenkappe und reinige sie mit einer ausrangierten Zahnbürste in warmem Wasser mit etwas Spüli – das geht so auch deutlich gründlicher als in der Spülmaschine.

Gehäuseeinsatz reinigen
Nachdem der Skalenring wieder tiefenrein glänzt, wende ich mich dem Gehäuseeinsatz zu und blase ihn gründlich mit Druckluft aus – mehr ist bei dem bisschen Staub gar nicht nötig.

Optisch wirkt der Thermostatkopf wieder wie neu. Haptisch merkt man ihm das Alter hingegen auch weiterhin an: So leichtgängig wie anfangs noch, lässt sich der Heizregler nämlich längst nicht mehr drehen. Ehe ich ihn nun wieder zusammenbaue, widme ich mich also erst noch diesem Umstand und fette dazu das Gewinde.

Da ich den Regler dazu verstellen muss, hier noch einmal der ausdrückliche Hinweis, sich eine Markierung zu setzen – sofern nicht bereits geschehen. Wird der Heizkopf später nämlich falsch zusammengesetzt, entsprechen die Stufen nicht mehr den werkseitig kalibrierten Zieltemperaturen.
Gewinde reinigen & schmieren
Um das zu wartende Gewinde freizulegen, drehe ich den Fühlerelementhalter – also den Korb, in dem die Thermostatkapsel sitzt – gegen den Uhrzeigersinn auf und stoppe, sobald ich merke, dass ich ihn fast komplett herausgedreht habe. Zur Sicherheit drehe ich sogar ein kleines Stück zurück, sodass das Gewinde wieder richtig greift.
Sollte es dir passieren, dass du den Thermostatkapselhalter plötzlich in der Hand hast, ist das nicht zwingend ein Problem – sofern du ihn im gleichen Gewindegang direkt wieder anschraubst.

Wenn du dir die Position auf beiden Seiten markierst, wäre sogar eine Reinigung des Innengewindes problemlos möglich. Das ist in der Regel aber gar nicht nötig – so auch bei meinem nur wenige Jahre alten Heizungsthermostat.

Das Gewinde ließe sich nun mit einer Zahnbürste und etwas Spülmittel oder – besser noch – mit Isopropanol reinigen. Meines sieht sauber aus und könnte nur mal etwas neues Fett vertragen, um wieder schön leichtgängig zu laufen.
Hier greife ich wieder zum bewährten Fermit Spezial-Armaturenfett – alternativ ginge ebenso Silikonfett. Von klassischem WD-40 rate ich hingegen ab – der Dichtung zuliebe und weil es ohnehin kein richtiges Schmiermittel ist.

Eine kleine Menge des Schmierfetts, mit dem Finger grob verteilt, ist ausreichend.

Dann drehe ich die Fühlerelementaufnahme im Uhrzeigersinn vollständig ein und wieder leicht zurück bis zur gesetzten Markierung.
Heizungsregler-Montage
Nun kann auch der Skalenring wieder montiert werden. Dabei orientiere ich mich an der Frostschutzstellung – also der Schneeflocke – bei der ich ihn anfangs abgezogen habe. Sitzt alles perfekt, drücke ich ihn ein, bis er deutlich hörbar einrastet.

Ein paar Mal auf- und zudrehen, um das Fett zu verteilen – und der Drehregler kann wieder an der Heizung montiert werden. Zuvor nutze ich aber noch kurz die Gunst der Stunde, um auch den Stift am Heizkörperventil mit etwas Armaturenfett zu benetzen.

Und damit habe ich dir gezeigt, wie du ein verschmutzten Heimeier Typ K Thermostatkopf reinigen und warten kannst, damit es wieder glänzt und sich schön leichtgängig drehen lässt.

